Solarthermie: Lohnt sich die Technik zur Warmwasser- und Heizungsunterstützung noch?

Viele Hausbesitzer kennen Photovoltaik – doch deutlich weniger bekannt ist die Solarthermie. Lohnt sich diese noch ? Dabei nutzt sie ebenfalls die Kraft der Sonne, allerdings nicht zur Stromerzeugung, sondern zur Wärmegewinnung.

Doch lohnt sich eine Solarthermie-Anlage heute noch?
Welche Kosten entstehen?
Und für wen ist sie sinnvoll?

Als Energieberater gebe ich Ihnen einen verständlichen Überblick.

Was ist Solarthermie?

Solarthermie bezeichnet die Nutzung von Sonnenenergie zur Erzeugung von Wärme. Die gewonnene Wärme wird in der Regel verwendet für:

  • Warmwasserbereitung
  • Heizungsunterstützung
  • teilweise auch zur Prozesswärme

Im Gegensatz zur Photovoltaik, die Strom produziert, erzeugt Solarthermie direkt nutzbare Wärme.

Wie funktioniert eine Solarthermie-Anlage?

Eine Solarthermie-Anlage besteht im Wesentlichen aus:

  • Solarkollektoren auf dem Dach
  • einer Wärmeträgerflüssigkeit
  • einem Speicher (Pufferspeicher oder Warmwasserspeicher)
  • einer Regelungseinheit

Die Sonnenstrahlen erwärmen die Kollektoren. Die Wärmeträgerflüssigkeit nimmt diese Energie auf und transportiert sie zum Speicher. Dort wird die Wärme für Warmwasser oder Heizung bereitgestellt.

Welche Arten von Solarthermie-Kollektoren gibt es?

1. Flachkollektoren

  • günstiger in der Anschaffung
  • robust
  • ideal für Warmwasserbereitung

2. Vakuumröhrenkollektoren

  • höherer Wirkungsgrad
  • bessere Leistung bei geringer Sonneneinstrahlung
  • teurer als Flachkollektoren

Vorteile von Solarthermie

  • Reduziert Heizkosten
  • Senkt CO-Emissionen
  • Unabhängig von Energiepreisen
  • Lange Lebensdauer (20–30 Jahre)
  • Wartungsarm
  • Staatliche Förderungen möglich

Nachteile von Solarthermie

  • Hohe Investitionskosten
  • Abhängig von Sonneneinstrahlung
  • Im Winter geringe Erträge
  • Zusätzlicher Speicher notwendig
  • Wirtschaftlichkeit abhängig vom Wärmebedarf

Kosten einer Solarthermie-Anlage

Die Kosten hängen stark von Größe und Einsatzzweck ab.

Nur Warmwasserbereitung (ca. 4–6 m² Kollektorfläche)

  • Investitionskosten: ca. 5.000 – 8.000 €
  • Geeignet für Einfamilienhäuser

Heizungsunterstützung (ca. 10–15 m² Kollektorfläche)

  • Investitionskosten: ca. 8.000 – 15.000 €
  • Größerer Pufferspeicher erforderlich

Förderprogramme können die Investitionskosten reduzieren.

Wie viel spart man mit Solarthermie?

Eine Solarthermie-Anlage kann:

  • bis zu 60 % des Warmwasserbedarfs decken
  • bei Heizungsunterstützung etwa 10–30 % der Heizenergie einsparen

Die tatsächliche Einsparung hängt ab von:

  • Dämmstandard
  • Nutzerverhalten
  • Größe der Anlage
  • Heizsystem
  • Höherer Planungsaufwand

Kosten einer Wasser/Wasser-Wärmepumpe

Gesamtkosten inklusive Brunnenbau: ca. 35.000 – 55.000 €

Zusatzkosten bei schwierigen Bodenverhältnissen möglich

=> Besonders geeignet bei optimaler Grundwasserlage und langfristiger Planung.

Solarthermie oder Photovoltaik – was ist sinnvoller?

Die Frage, ob Solarthermie oder Photovoltaik sinnvoller ist, wird häufig gestellt.

Photovoltaik ist flexibler, da der erzeugte Strom auch für:

  • Wärmepumpe
  • Haushaltsgeräte
  • E-Auto

genutzt werden kann.

Solarthermie punktet hingegen mit:

  • hoher direkter Wärmeeffizienz
  • geringerer technischer Komplexität
  • bewährter Technik

In vielen Fällen ist heute eine Photovoltaik-Anlage mit Wärmepumpe wirtschaftlich attraktiver als eine reine Solarthermie-Anlage. Dennoch kann Solarthermie in bestimmten Situationen sinnvoll sein.

Für wen lohnt sich Solarthermie?

Solarthermie ist besonders geeignet für:

  • Gebäude mit hohem Warmwasserbedarf
  • Mehrfamilienhäuser
  • Bestandsgebäude mit Gas- oder Ölheizung
  • Haushalte ohne Wärmepumpe
  • Eigentümer mit langfristiger Perspektive

Weniger sinnvoll ist sie häufig bei:

  • sehr gut gedämmten Neubauten
  • bereits vorhandener Photovoltaik mit Wärmepumpe

Fazit: Ist Solarthermie noch zeitgemäß?

Solarthermie ist eine bewährte, langlebige und umweltfreundliche Technik zur Wärmegewinnung.

Allerdings hat sich der Markt in den letzten Jahren verändert:
Durch sinkende Preise für Photovoltaik und steigende Bedeutung von Wärmepumpen ist Solarthermie nicht mehr automatisch die erste Wahl.

Ob sich eine Solarthermie-Anlage lohnt, hängt stark vom individuellen Gebäude, dem Wärmebedarf und der bestehenden Heiztechnik ab.

Eine unabhängige Energieberatung hilft, die wirtschaftlich und technisch sinnvollste Lösung zu finden.

Wenn Sie prüfen möchten, ob Solarthermie für Ihr Haus geeignet ist oder welche Alternative besser passt, stehe ich Ihnen gerne für eine individuelle Beratung zur Verfügung.

 

Dipl.-Ing. (FH) Daniel Scholz

09.01.26 Blogbeitrag Solarthermie

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