Einblasdämmung bei zweischaligem Mauerwerk: Kosten, Vorteile und Ablauf einfach erklärt
Viele Häuser aus den 1950er bis 1980er Jahren besitzen zweischalige Außenwände mit Hohlraum. Was viele Eigentümer nicht wissen:
Diese Bauweise bietet eine ideale Voraussetzung für eine nachträgliche Kerndämmung durch Einblasdämmung – eine der kostengünstigsten energetischen Sanierungsmaßnahmen überhaupt.
Doch wie funktioniert eine Einblasdämmung?
Welche Kosten entstehen?
Und wie viel Energie lässt sich einsparen?
Als Energieberater erkläre ich Ihnen die wichtigsten Punkte.
Was ist eine Einblasdämmung?
Bei der Einblasdämmung wird ein Dämmstoff in den Hohlraum zwischen der inneren und äußeren Mauerschale eingeblasen.
Typischer Wandaufbau bei zweischaligem Mauerwerk:
- Innenmauerwerk (tragend)
- Luftschicht (Hohlraum)
- Außenmauerwerk (Klinker oder Verblendmauerwerk)
Der bislang ungenutzte Hohlraum wird vollständig mit Dämmmaterial gefüllt.
Wie funktioniert die Kerndämmung?
Der Ablauf ist vergleichsweise einfach:
- Kleine Bohrlöcher werden in die Fassade gesetzt.
- Der Dämmstoff wird maschinell eingeblasen.
- Die Bohrlöcher werden wieder verschlossen.
Die Arbeiten dauern bei einem Einfamilienhaus oft nur 1–2 Tage.
Ein Gerüst ist in der Regel nicht erforderlich.
Welche Dämmstoffe werden verwendet?
Typische Materialien sind:
- Mineralwolle-Granulat
- EPS-Granulat
- Perlite
- Silikatdämmstoffe
Die Auswahl hängt von Wandaufbau, Hohlraumgröße und bauphysikalischen Anforderungen ab.
Vorteile der Einblasdämmung
- Sehr gutes Preis-Leistungs-Verhältnis
- Schnelle Umsetzung
- Keine Veränderung der Fassadenoptik
- Kein Verlust von Wohnfläche
- Geringer baulicher Aufwand
- Reduzierung von Heizkosten
- Verbesserung des Wohnkomforts
Nachteile der Einblasdämmung
- Nur bei zweischaligem Mauerwerk möglich
- Hohlraum muss ausreichend groß und geeignet sein
- Keine vollständige Lösung bei sehr schlechten Wandkonstruktionen
- Dämmwirkung begrenzt durch vorhandene Wandstruktur
Was kostet eine Einblasdämmung?
Die Kosten sind im Vergleich zu anderen Dämmmaßnahmen sehr gering.
Typische Kosten 2026: ca. 20 – 40 € pro m² Wandfläche
Für ein Einfamilienhaus entstehen oft Gesamtkosten von: ca. 3.000 – 8.000 €
Damit gehört die Einblasdämmung zu den wirtschaftlichsten Sanierungsmaßnahmen im Bestand.
Wie viel Energie spart eine Kerndämmung?
Je nach Ausgangszustand kann eine Einblasdämmung:
- den Heizenergiebedarf um 10–20 % senken
- die Oberflächentemperatur der Innenwände deutlich erhöhen
- Zugerscheinungen reduzieren
- das Risiko von Kondensatbildung senken
Besonders bei ungedämmten Hohlwänden ist das Einsparpotenzial groß.
Gibt es Förderungen für die Einblasdämmung?
Ja. Auch die nachträgliche Kerndämmung wird im Rahmen der energetischen Sanierung gefördert.
Möglich sind:
- Zuschüsse über die Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG)
- Steuerliche Abschreibung
- Erhöhter Fördersatz bei individuellem Sanierungsfahrplan (iSFP)
Eine Fachplanung ist in der Regel Voraussetzung.
Einblasdämmung oder WDVS – was ist besser?
Die Einblasdämmung ist:
- günstiger
- schneller umgesetzt
- optisch unauffällig
Ein WDVS bietet dagegen:
- höhere Dämmwirkung
- bessere energetische Gesamtperformance
In vielen Fällen ist die Einblasdämmung ein sinnvoller erster Schritt, insbesondere bei begrenztem Budget.
Wann lohnt sich eine Einblasdämmung besonders?
Eine Kerndämmung ist ideal bei:
- Häusern mit zweischaligem Mauerwerk
- Baujahren ca. 1950–1985
- hohen Heizkosten
- geplanter Heizungsmodernisierung
- Vorbereitung auf Wärmepumpe
Gerade im Zusammenhang mit einer Heizungsumstellung verbessert eine bessere Dämmung die Effizienz erheblich.
Fazit: Kleine Maßnahme mit großer Wirkung
Die Einblasdämmung ist eine der effektivsten und wirtschaftlichsten Maßnahmen zur energetischen Sanierung im Bestand.
Mit vergleichsweise geringen Investitionskosten lassen sich spürbare Energieeinsparungen und ein höherer Wohnkomfort erzielen.
Ob Ihr Gebäude geeignet ist, lässt sich durch eine einfache Prüfung des Wandaufbaus feststellen.
Individuelle Beratung zur Kerndämmung
Nicht jedes zweischalige Mauerwerk ist automatisch geeignet. Entscheidend sind:
- Hohlraumtiefe
- Feuchtezustand
- Baujahr
- vorhandene Dämmung
Als Energieberater prüfe ich für Sie, ob eine Einblasdämmung sinnvoll ist und unterstütze Sie bei der Förderantragstellung sowie der wirtschaftlichen Bewertung.
Kontaktieren Sie mich gerne für eine unabhängige Beratung.

Dipl.-Ing. (FH) Daniel Scholz
06.02.26 Blogbeitrag Einblasdämmung
